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  • Stage 3 – Der erste Breakdown + Wir erreichen Norwegen🇳🇴

    Nach einer kurzen, aber für Rallye-Verhältnisse erholsamen Nacht, startete der Tag mal wieder regnerisch. Kalt war es auch. 9 Grad hatte ich im Bulli, draußen waren es keine 7. Der Stellplatz war trotzdem ein Traum. Also Jacke über die Schlafklamotten, Schiebetür auf, Wald und Seeluft schnuppern und dem plätschern des Regens auf den Blättern der Bäume, sowie dem Rauschen des Windes durch den Wald lauschen. Wow! Der Traum eines jeden Campers! Ab ans Wasser. Ca. 10m war der See von unseren Autos entfernt. Alle anderen haben sich noch nicht blicken lassen. Um 5:30 Uhr kein Wunder. Für mich als Frühaufsteher allerdings fast schon spät. Und ich gebe zu, ich liebe diese Ruhe am Morgen. Allein in den Tag starten, mich in der Natur umschauen, wach werden. Irgendwie nehme ich so alles viel intensiver wahr und bin ganz bei mir. Mich erst mal sammeln. Die Ruhe vor dem Sturm. Mein perfekter Start in den Tag. Der Einzige der schon vor mir kurz draußen war, um ein paar coole Shot’s zu machen war Lucas, unser Kameramann. Hab’s natürlich gemerkt und gehört als er oben aus dem Dachzelt geklettert ist. Habe ihn dann etwas gestalkt beim Fotografieren. Merkt euch: Wenn ihr mich in eurem Zeltcamp habt, bleibt nichts unbemerkt. (Der Feind schläft nie😅)

    Wer fotografiert hier jetzt wen?

    Alle wach? Yes! Zeit für Kaffee!

    Good morning ☮️

    “Komm nu’, Tach is’ kurz”!

    Gemeinsamer Kaffee schön und gut -> nun aber keine Zeit verlieren.

    Zitat von Team Golfrich: “Komm nu’, Tach is kurz”!

    Recht hat er ja😅 Also fix Karten und Roadbook sturdieren, mal wieder im Regen die Dachzelte zusammenklappen und Abfahrt. Die Dachzelte wurden gar nicht mehr richtig trocken. Komplett klamm, sogar schon im Inneren gab es durch fehlende Sonne, Wärme und den immer wiederkehrenden Regen keine Chance auf Trocknung. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Irgendwann muss die Sonne sich doch mal blicken lassen oder ?

    Erst Karte studieren…
    …dann Abfahrt!

    Heute erreichen wir endlich Norwegen🇳🇴 Ein lang ersehnter Wunsch von mir, daher war die Vorfreude groß. Diese sollte allerdings schnell gedämpft und unsere Nerven auf eine erste harte Probe gestellt werden.

    Breakdown Nr.1!

    Eine etwas unerwartete Bremsung durch Team Golfrich vor mir, ließ mich ziemlich ins Schwitzen geraten. Wer bremst verliert dachte sich mein Bulli. Hört sich lustig an, war es aber absolut nicht! Mit voller Kraft latschte ich auf mein knüppelhartes Bremspedal. Der Bulli? Fuhr nahezu ungebremst weiter. Mit aller Gewalt kam ich noch rechtzeitig zum Stehen, aber auch nur, da ich ein Glück so viel Abstand zum Golf hatte. Das war ganz schön knapp. Direkt neben uns war eine kleine Tankstelle, an der wir sowieso halten wollten und nun auch gezwungen waren. Aus einem geplanten kurzen Tankstopp, wurde ein längerer Aufenthalt. Die Problemsuche war etwas mühselig. T4 halt. Eigentlich laufen die Dinger unendlich und sind unkaputtbar. Doch wenn die etwas haben, dann kannst du dir sicher sein, es ist schlimm oder du kommst schlecht bis gar nicht dran. Oder beides😅 So auch in diesem Fall. Ganz tief unten war ein Unterdruckschlauch nicht mehr dicht. Wer zum Teufel soll da mit seinen Hände hinkommen? Eines muss definitiv erwähnt werden: Keine 5 Minuten standen wir dort allein. Weitere Teams der Rallye hielten an und fragten ob sie helfen können. So schnell konnten wir dem Rescue-Team des SAC nicht mal unser Problem erklären. Ein tolles Gefühl zu keiner Zeit allein zu sein! Team Atego hat den Übeltäter am Ende gefunden. Problem war nicht die Idee wie wir den Schlauch jetzt fixen sondern -> Wie kommen wir an diesen Schlauch, da ganz unten im Mororraum-Gewusel heran? Es blieb nur eine Möglichkeit. Die Person mit den kleinsten Händen und schmalsten Armen muss ran. In diesem Fall war ich das. Meine Arme sind zwar auch nicht dünn und meine Hände auch nicht klein, im Vergleich zu den Anderen aber deutlich passender. Dachten wir. Selbst ich kam kaum in die Richtung des Schlauches. Und zu kurz waren meine Arme auch noch😅 Mit Hängen und Würgen stopfte ich mich Stück für Stück weiter in den Motorraum. Check, ich bin dran. Jetzt nur noch irgendwie das Ducktape herum wickeln. Drei Krämpfe in den Fingern und ordentlich aufgeratschte Arme später war es vollbracht. Der Unterdruckschlauch ist geklebt. Probefahrt erfolgreich -> Vollbremsung geht wieder🥳

    Teamwork! ( Foto: Lucas Mainka)

    Weiter geht die wilde Fahrt! Die Auto’s getankt und repariert. Eines mussten wir aufgrund dieser massiven Zeitverzögerung jedoch sausen lassen. Schwedens höchster Wasserfall der Njuleskär, im Fulufjället Nationalpark. Mit 125m und 90 Metern freiem Fall stand dieser eigentlich ganz oben auf unserer Liste. Da wir aber ein Zeitlimit für die Tagesaufgabe hatten, blieb dieser Abstecher aus.

    Das erste Rentier

    Einige Zeit sopäter fuhren wir über genau solche Schotterpisten durch Schweden’s schönste Wälder und National Parks.

    Zuerst gar keine Zivilisation, dann asphaltierte Straßen und hin und wieder ein paar Häuser rechts und links. Diese wunderbaren, süßen Schwedenhäuser. Natürlich in rot! Und dann stand es plötzlich da. Das erste Rentier meines Lebens. Das war wirklich ein besonderer Moment. Vorallem so nah an meinem Auto, dass ich es aus nähster Nähe betrachten konnte. Cool, einfach cool! Auch noch in so einer besonderen Farbe, aber schaut selbst⬇️

    Hallo erstes Rentier🙋‍♀️

    Auf dem Weg zur Road Mission sollten wir noch so einigen Rentieren begegnen. Ganzen Herden, die einfach so, in aller Ruhe über die Straßen schlenderten. Autos ? Die haben doch ‘ne Bremse. So das Motto der Rentiere. Die gehen nicht zur Seite. Wir als “Touris” fuhren ganz langsam heran. Wir wollten natürlich keines der Tiere verletzten und kaputte Auto’s brauchten wir jetzt auch nicht. Die Locals gehen da ganz anders ran. Forsch heranfahren und einfach durch. Im Notfall auch im Slalom. Sportlich. Naja, scheint normal zu sein, wenn man das jeden Tag erlebt. Wir jedenfalls staunten noch etwas und genossen die Zeit mit unseren Autos mitten in der Rentier-Herde.

    Damit aber nicht genug! Diese Tour durch Schweden hatte es einfach in sich. Teilweise wussten wir gar nicht wo wir hinschauen sollten und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. So auch an diesem Naturschauspiel, bei dem wir gar anhalten mussten! Kein Weg führte daran vorbei hier auszusteigen und dieses Landschaftsbild zu bewundern. Diese unglaubliche Kraft des strömenden Wassers. Wow! Ein paar Aufnahmen wurden gemacht – Klaro! Und das sah dann so aus⬇️ Ist das nicht der Wahnsinn?

    Wow! ( Foto: Lucas Mainca)

    Zwischen dieser wunderschönen Strecke und der nächsten Aufgabe durften wir einen wichtigen Aspekt nicht vergessen. Noch heute werden wir Schweden verlassen. Das bedeutet: Mission Blue Paperclip! Ein Tausch in Schweden. Neben einem kleinen Einkauf in einem schwedischen Dorf suchte ich den Parkplatz nach Menschen ab, um meine Flasche Bier zu tauschen. Zugegeben, die war schon recht schwer, dafür dass der folgende Gegenstand erneut mindestens 100g mehr wiegen muss. 3 Locals, 3 Fails. Aber ein paar kleine Geschäfte gab es hier auch noch. Rein in Geschäft Nummer 1. Wieder negativ. Die Verkäuferin war so lieb und engagiert, doch fand sich leider kein Gegenstand für mich. Egal, nicht aufgeben! Im nächsten Laden sollte ich Glück haben. Ein junger Schwede stand an der Kasse. Super sympatisch und sprach perfekt Englisch. Ich erklärte ihm mein Anliegen und sagte dazu, dass es auch kein Problem wäre, wenn er meine Flasche Bier einfach gegen eine große Flasche Wasser tauschen würde. Hauptsache ich habe getauscht. Ja ok meinte er, im Notfall machen wir das so, aber das wäre ja langweilig. Also ging er auf die Suche, und das nicht zu kurz. Mit was er wieder kam? Ganz verrückt. In den Händen hielt er eine Gaskartusche für Airbagwesten. Cool. Das mit dem Gewicht war zwar eher knapp, aber die Sache an sich, so einen coolen Gegenstand zu bekommen und sein Engangement waren einfach nur bemerkenswert. Ich nahm die Gasflasche und bedankte mich mehrfach!

    Die Road Mission startete knapp hinter der norwegischen Grenze. Ähnlich der Road Mission aus Stage 2, gab es einen Start und einen Zielpunkt, an dem jewels ein Foto mit unserem Rallye Fahrzeug geschossen werden sollte. In diesem Fall mit einem Zusatz: Die gesamte Road Misson soll in einem Konvoy von mindestens 3 Rallye Teams gefahren werden. Das Erste Foto an der Einfahrt zum Lake Auresunden. Desweiteren bestand die Road Mission daraus einmal und den Lake Auresunden herum zu fahren und am westlichsten Punkt das Zielfoto aufzunehmen.

    Road Mission✅ Sogar mit 6 Rallye Teams!

    Nach dieser Aufgabe gab es nur noch ein Ziel. Das Midsommer Rallye Camp. Gleichzeitig unser Ziel an für diese Stage und der Standort, an dem die Tagesaufgabe erledigt werden sollte. Die letzten Kilometer zum Camp waren nur durch eine einzige Straße erreichbar. Somit trafen wir mit der Zeit auf mehrere Rallye Mitlglieder und fuhren in einem Konvoy von ca. 10 Fahrzeugen bis zur Camp-Einfahrt.

    Konvoy zum Sommercamp

    Angekommen am Sommercamp wurden wir mal wieder herzlichst vom SAC empfangen. Rauf auf die Campingwiese, Plätzchen suchen und dann fix etwas Essen gehen. Der SAC hatte ein nettes Abendessen für alle Rallye-Teilnehmer vorbereitet. Anschließend widmeten wir uns der Tagesaufgabe. Das Bier, welches wir aufbewahren sollten bis wir das Sommercamp erreichen soll nun geöffnet werden, um gemeinsam anzustoßen. Einmal komplett auf der gegenüberliegenden Seite der Campingwiese konnte man das große Lagerfeuer nicht übersehen. Die Stimmung war ausgelassen und die Kulisse vor dem River Nea einfach der Wahnsinn! Aber davon überzeugt euch gerne selbst während ihr die folgenden Bilder anschaut. Wir verbrachten einen entspannten Abend in bester Gesellschaft. Müde? Waren wir gar nicht. Trügerisch, denn es war schon 01:30. Dies fiel allerdings keinem von uns auf, da es immernoch taghell war. Bis wir einen Blick auf die Uhr warfen und nicht schlecht staunten, gar etwas erschrocken waren, denn der nächste, lange Rallye-Tag war bereits angebrochen – Mal wieder!

    Die wunderschöne Location am River Nea
    Gresslifoss Camping

    Fazit

    Norwegen ist so wunderschön – da gibt es keine Diskussionen. Und diese Helligkeit mitten in der Nacht ist einfach surreal. Meine Motivation ist weiterhin grenzenlos und ich bin einfach nur dankbar sowas erleben zu dürfen!

    Ca. 400km | 9,5h auf der Straße | 2 Kaffee | 5h Schlaf | Stimmung 6/5⭐️ -> Die Reise geht weiter! Das war Stage 3 der Baltic Sea Circle 2026!

    Danke, dass du Teil dieser Reise bist!

  • Stage 2 – Es wird ekelig!

    Standort unseres Nachtlagers

    Wann ich am Vortag im Bett gelandet bin, habe ich euch bereits berichtet. Spät, sehr spät. Um genau zu sein, um 3 00 Uhr. Ca. gegen 9 00 Uhr, wollten wir an Tag 2 wieder in den Autos sitzen. Ich sage bewusst nicht am nächsten Tag, weil der ja quasi schon angebrochen war. Andererseits spricht man erst vom nächsten Tag, wenn man geschlafen hat oder ? -> Dieses Thema begleitete uns fast täglich. Also seht es so, wie ihr es wollt – mehr Schlaf wird es nicht und der Folgetag wird unweigerlich anbrechen, oder ist es schon!😅

    Ich wäre natürlich nicht ich, wenn ich nicht noch einen oben drauf setzen würde. Mein Plan war es, am nächsten Morgen eine Runde laufen zu gehen. Die Vorstellung am ersten Tag in Scandinavien durch einen wunderschönen, schwedischen Wald zu laufen, klang für mich sehr verlockend und durch das ganze Sitzen im Auto, wäre ein wenig Bewegung wirklich angenehm. Meine Idee waren sicherlich gut, doch die Umsetzung und die Umstände ließen etwas zu wünschen übrig. Ja, so eine Laufrunde in der schwedischen Natur ist wunderschön. Ein weiterer Faktor ist aber das Wetter. Es war Regen angesagt. Und das nicht zu wenig. Laufrunde verschieben war nicht möglich, dass ließ die Rallye-Tagesplanung nicht zu. Also, Augen zu und durch! Wird schon nicht so schlimm und es wird ja sicher auch nicht die ganze Zeit in strömen gießen. Dachte ich. Falsch gedacht! Es hat so heftig geregnet, dass ich innerhalb der ersten 3 Minuten bis auf den Schlüppi nass war. Naja, nun kann es auch weiterhin so stark regnen. Meine Laufrunde hatte ich nicht so lang gewählt, da ich anschließend noch genug Zeit zum Duschen haben wollte. Negativ die Zweite! Die Laufrunde entpuppte sich als ewig langer Runway durch den strömenden Regen. Ich denke ca. 10km am Ende. Mit Zusatzgewicht, denn mein dicker Pulli, der mich eigentlich vor dem skandinvischen Wind und den knappen Temperaturen, um die 10 Grad am Morgen, schützen sollte, war mehr als vollgesogen vom ganzen Regen. Na gut, was solls. An Bewegung ist noch keiner gestorben und den Rest des Tages werde ich ja eh übewiegend im Auto sitzen, also kann ich mich jetzt auch erstmal ordentlich auspowern.

    Laufrunde im Starkregen

    Endlich zurück am Auto. Der Wasserhahn des Himmels wurde übrigens pünktlich bei meiner Ankunft zugedreht. Danke für gar nichts. Aber positiv denken -> so kann ich wenigstens im trockenen duschen, und das Dachzelt einklappen, um mich Abfahrbereit zu machen. HAHAHAHA, Wunschvorstellung! Wovon träume ich hier eigentlich -> ist natürlich beides nicht eingetroffen! Bin im Regen zur Dusche und beim Abbauen wurde ich ebenfalls nass. Hätte ich mir das Abtrocknen nach der Dusche auch sparen können. Es war alles einfach mehr als nass. Mir war kalt. Ich war müde. Da hilft nur eins. Rallyeplanung im Regen, Wege auf der Karte einzeichnen und ab auf die Piste für weitere ca. 580 km. Nach 5h Schlaf, lagen 13,5 weitere Stunden auf der Straße vor uns!

    Die Dusche

    “Es gab eine Dusche”, beschreibt in diesem Fall eine frische Angelegenheit. Am Vortag auf unserer kleinen, nächtlichen Exkoursion zum Strand, hatte ich eine top Stranddusche entdeckt. Im Regen, bei frischen Temperaturen und ordentlich Wind, nichts für Weichgekochte. Trotzdem, egal wie unbequem so eine eiskalte outdoor Dusche ist -> Das belebt einfach wahnsinnig. Jedes Mal aufs Neue. Und durchgeschwitzt, nach einer Laufrunde, ist die Überwinding auch nur noch halb so groß. 10/10 die Dusche, dann noch mit dem Ausblick und dem Rauschen des aufgewühlten Meeres – Was für ein Start in den Tag! Klar, dass ich nicht die Einzige war mit dieser Idee. Gemeinsam mit einer weiteren Gruppe von Rallye-Teilnehmern genossen wir diesen ganz besonderen Vibe. Achso, Badeklamotten hatten da nichts zu suchen. Für nur schnell duschen -> unnötig. Ich war die einzige, weibliche Person dort. Ein junges Mädel, in mitten von einer Männergruppe nackt am Duschen. Ganz normal! Da ist nichts dabei, merkt euch das. Ich habe mich in keiner Sekunde auch nur minimal unwohl gefühlt und genau so sollte es sein. Danke Männer für eine weitere positive Erfahrung in Situationen wie dieser, die doch so oft kritisch gesehen werden.

    Fotograph mit im Gepäck

    Mehr als frisch, packte ich meine restlichen Sachen in den Bulli und gemeinsam studierten wir noch fix die Aufgaben des Tages. Ein wenig mussten wir sowieso noch warten, da wir eine besondere Begleitung bekommen sollten. Am Vortag kamen wir mit dem Rallye-Fotograph ins Gespräch. Nach der letzten Foto-Session mit einer anderen Gruppe, stieg er a Tag 2 bei uns mit ein. Richtig cool -> Jetzt gibt’s geile Shot’s! Und die Bilder sind wirklich richtig cool geworden! Hier mal ein erster Eindruck⬇️

    Rolling-Shot – by Lucas Mainka

    Secret Mission

    Auf zur ersten Mission des Tages, die Secret Mission.

    Auf dem Weg zur Secret Mission

    Auf diesen Missionen wird irgendwo an einem umschriebenen Ort ein “Schatz” versteckt. Das Team, welches den Schatz als erstes findet, darf ihn behalten. Um die Punkte der Secret Mission trotzdem zu bekommen, müssen alle anderen Teams das Versteck des Schatzes trotzdem finden und wie immer ein Foto mit einem Teammitglied und dem Spot machen. Secret Missions, gab es 3 auf der gesamten Rallye. Auf dieser ersten Challenge führte der SAC uns von unserem Nachtlager am Strand Sibirien in die Nähe der Ortes Värö. Etwas mehr als 150km entfernt. Über Land wurden daraus 3 Fahrtstunden. Sehr ländlich gelegen, führte uns die Schatzsuche in ein Waldgebiet. Geprägt von Felsen und Steinen. Wir liefen durch eine Schlucht, anschließend ein kleines Stück rechts und einen weiteren Felsen hinauf. Die Hinweisbilder und der Informationstext über die Secret Mission ließen darauf schließen, dass der Schatz hier irgendwo im Baum hing.

    Secret Misson, hier war der Schatz versteckt

    “Hing” war das Stichwort. Es war bereits Mittagszeit -> da waren wir natürlich nicht mehr die Ersten. Morgens gegen 9 00 Uhr, direkt nach der Information über die Secret Mission in der BSC Gruppe, war der Schatz schon gefunden. Egal, Punkte gab es trotzdem. Der Inhalt bestand aus ein paar Goodies & Snacks vom SAC. Umsonst waren wir also nicht hier und zusätzlich bot dieser wunderschöne Ort sich an, um noch ein paar Fotos und Aufnahmen zu machen. Schließlich hatten wir einen Fotograph dabei, das muss genutzt werden!

    Team-Foto in der Schlucht auf dem Weg zur Secret Mission ( Foto: Lucas Mainka)
    Was für eine Aussicht über Schweden’s Natur ( Foto : Lucas Mainka)

    Zurück an den Autos planten wir noch fix unsere Weiterfahrt. Eine Detour-Mission, obwohl es an Tag 2 eigentlich gar keine gab.

    Daily buisness – Rallye Vibes ( Foto: Lucas Mainka)

    Task of the day

    Surströmming – Drive lautete die Tagesaufgabe. Surströmming ist dieser besonders intensiv riechende, eingelegte Fisch. Er gilt als Delikatesse. Kaufe Surströmming und transportiere die geöffnete Fischdose mindestens 100km in deinem Rallye-Fahrzeug. Als Beweis, schieße ein Foto von der offenen Fischdose, inklusive des Kilometerstandes deines Fahrzeugs, am Start und am Ende der Fahrt. Alles klar, auf zum nächsten Supermarkt. Diesen mussten wir allerdings erstmal finden. Das gestaltete sich gar nicht so einfach, da zu dieser Jahreszeit nicht die Saison für diesen Fisch war. Selbst in großen Supermärkten ist die Chance gering. Erst beim 3. Versuch wurden wir fündig. Das kostete natürlich wieder richtig Zeit und Kilometer. Aber 20 Punkte einfach so auf der Strecke lassen, kam uns nicht in die Tüte! Nun ging es ans Öffnen der Dosen. Direkt vorm Supermarkt – Ach ja, einen Dosenöffner hatte keiner von uns dabei! -> aber wir waren ja zum Glück noch direkt vorm Supermarkt. Wir zogen uns Einmalhandschuhe über die Hände. Gute Entscheidung, denn an den Fingern wollte ich diesen Geruch nicht haben. Vergleichbar mit einem richtig würzigen Käse. Ist der Geruch erstmal am Finger, läuft er dir den gesamten Tag hinterher.

    Halt am Supermakt zum Fisch kaufen

    Die Dosen waren geöffnet und zugegeben, das riecht schon unangenehm aber meiner Meinung nach alles aushaltbar. Habe den Fisch draußen kurz ausmüffeln lassen, ihn dann in 3 Plastiktüten eingewickelt, damit falls etwas ausläuft mein Auto nicht mit der Suppe vollgeschmiert wird. Ein Special fiel mir ein : Das Streu Der TrockenTrennToilette soll ja dafür Sorgen den Feststoffen 💩 die Feuchtigkeit und damit den Geruch zu entziehen. Ich glaube das war mein Gamechanger. Ich hatte wirklich wenig Geruch im Auto und bin am Ende sogar um die 300km mit der Dose im Auto gefahren, weil ich sie schlichtweg vergessen hatte. Optional würde sich dafür auch Katzenstreu anbieten😅

    Surströmming Drive – Let’s Go! ( Foto: Lucas Mainka)

    Foto Competition

    On the road erspähten wir einen Local auf seinem Rasenmähertrecker. Was es damit auf sich hatte ? Im Roadbook gibt es eine weitere Seite mit verschiedenen Aufgaben. 9 kreative Missions die mit einem Foto festgehalten werden müssen. Eine davon: Helfe einem Local beim Rasenmähen. Unsere Chance! Angehalten, den armen Kerl auf english vollgelabert, verstanden hat er jedoch rein gar nichts. Hände, Füße und ein paar komische Geesten mussten also her, um ihm irgendwie zu erklären, dass 3 Personen ein Foto auf seinem Rasemähertrecker brauchten. Ca. 70 Jahre würde ich ihn schätzen – er war sicherlich durch den Wind von unserer überfallartigen Aktion … ABER -> Die Foto’s waren im Kasten.

    Foto Mission – Helfe einem Local beim Rasenmähen

    Es hieß mal wieder keine Zeit zu verlieren! Der Tag ist kurz und es war schon wieder Abend. Und die Road Mission musste auch noch erledigt werden. Da mussten wir allerdings erstmal hinfahren und diese bestand dann ebenfalls aus einer Fahrt durchs Ungewisse – so die Angaben im Roadbook. Und danach brauchten wir noch einen Stellplatz für die Nacht. Ihr merkt, auch Tag 2 hatte es in sich! Auf dem Weg zur Road Mission entdeckten wir auf einem Grundstück mit Haus ein altes, weißes Auto. Genauer gesagt nur einer von uns, der Rest wäre wahrscheinlich einfach vorbei gefahren, inklusive mir. Augen auf während der Rallye! Kommando kehrt! Denn eine der Foto Missions war es, einen echten Saab 99 zu finden und ihn mit unserem Rallye Fahrzeug abzuschleppen – inklusive Foto versteht sich. Zurück am Grundstück, wo der vermeintliche Saab 99 stehen sollte, wurden wir nicht enttäuscht. Die Freude und Euphorie war riesig, wurde allerdings schnell gedämpft als keiner zuhause war. Autos standen auf dem Hof, aber die Türe öffnete sich auch nach mehrfachem Klingeln nicht. Naja, und einfach so ein Abschleppseil an ein wildfremdes Auto hängen, kannst’ jetzt auch nicht bringen. Mit hängenden Köpfen, so knapp vorm Ziel, schlurften wir zurück zu unseren Auto’s. Doch plötzlich öffnete sich die Haustür doch noch. Wir wurden wirklich nett empfangen. Nach kurzer Erklärung, hing das erste unserer Fahrzeuge schon am Saab bzw. eher andersherum. Einer der Locals sprach zum Glück recht gut Englisch. Wir unterhielten uns kurz über die Rallye, sie waren total begeistert. Sogar Instagram tauschten wir aus, weil die Tochter des Saab-Besitzer’s uns weiterhin etwas verfolgen wollte. Was für eine tolle Begegnung! Und wer kann schon von sich behaupten, mal so einen coolen Saab 99 am seinen Auto hängen gehabt zu haben😜

    Foto Mission – Finde einen Saab 99 und schleppe ihn ab (Foto: Lucas Mainka)

    Road Mission

    Die Uhr zeigte bereits 21:16 als dieses Foto aufgenommen wurde. Die Road Mission sollte am nördlichsten Punkt einer Straße (der 239) starten. Genannt “Road’s to nowhere”! Bevor wir allerdings abseits der befestigten Straße fuhren mussten wir ein Beweisfoto an der Einfahrt schießen.

    Start Road Mission – Road’s to nowhere ( Foto: Lucas Mainka)
    The Road! Wow! ( Foto: Lucas Mainka)

    Einige Zeit fuhren wir durch die zwar eintönige, aber wunderschöne Natur Schwedens. Einfach nur Bäume, die Schotterpiste, das Geräusch meines Bullis und das Zischen des nassen Untergrundes, durch den vielen Regen. Herrlich. Eine knappe Stunde lang sahen wir nichts Anderes. Geschwindigkeit zwischen 10km/h & 50km/h, manchmal auch etwas schneller. Sehr entschleunigend. Zwischendurch nutzten wir die malerische Landschaft mal wieder für ein paar coole Aufnahmen. Das sah dann auch gerne mal so aus⬇️

    Alles für gute Aufnahmen

    Angekommen am Ende der Road Mission. Da musste wieder ein Foto aufgenommen werden. Und wie geil sieht das bitte aus? Mega!

    Geschafft! Detour Mission✅

    Für diesen Tag waren nun also alle Aufgaben erledigt. Übernachten müssen wir aber auch noch irgendwo -> Jetzt hieß es also Stellplatzsuche. Eine Empfehlung gab es im Roadbook. Ein Campingplatz, gar nicht so weit entfernt. Dort angekommen waren wir mittelmäßig begeistert. Eigentlich wollten wir nur auf einen Campingplatz, um zu duschen. Ich hätte nichtmal eine Dusche gebraucht, die Stranddusche am Morgen ließ mich noch frisch fühlen. Alle Anderen freuten sich dennoch auf eine Erfrischung. Der Uhrzeit zu schulden war am Campingplatz jedoch schon lange Feierabend. Nicht unüblich um ca. 23 00 Uhr. Wir beschlossen also nicht hier zu bleiben, nutzten aber frecherweise die dort vorhandenen Mülltonnen. Denn wer aufmerksam gelesen hat, fragt sich sicherlich was in der Zwischenzeit mit unserem Stinkefisch passiert ist. Richtig, nichts! Der “moggte” immer noch fröhlich in unseren Auto’s herum. Bevor dieser die Mülltonne mit seinem Geruch bereichern durfte, wollte ich es mir nicht nehmen lassen ihn wirklich mal zu probieren. Immerhin gilt er als Delikatesse. Dafür muss er allerdings vernünftig zubereitet werden. Die Möglichkeit ergab sich mir in diesem Falle nicht -> also Augen zu oder besser gesagt Nase zu und durch! Dabei ist dieses Foto entstanden ⬇️

    Surströmming Taste Test

    Ich bin ehrlich, zu mehr als nur kurz mit der Zunge zu testen ist es nicht gekommen. Er schmeckt super salzig und dadurch, dass ich ihn nicht vernünftig abgewaschen habe, schmeckte ich natürlich den stinkenden “mogg” dieser Flüssigkeit, in der der Fisch eingelegt ist. War jetzt nicht zum Übergeben ekelig aber reichte dann auch.

    Nun brauchten wir aber wirklich einen Schlafplatz. Noch ein kleines Stück entfernt, bogen wir mal wieder in den Wald ein. Und lasst es euch gesagt sein, dieser Platz, war mit einer der schönsten auf denen ich in meinem Leben übernachtet habe! Wir landeten auf einer kleinen Lichtung, direkt an einem See, Wow! Ich war ehrlich geflasht!

    Traumplatz

    Die Anderen badeten noch im See, ich fühlte mich wie gesagt noch frisch genug und war auch einfach platt und müde. Fix das Dachzelt aufgebaut, indem ich in dieser Nacht allerdings nicht geschlafen habe. Der Fotograph brauchte einen Schlafplatz. Kein Problem, ich habe mehrere Schlafplätze. So machte ich es mir unten im Bulli bequem und oben im Dachzelt ist Lucas für diese Nacht eingezogen. Schlafenszeit! Es liegt wieder ein langer Rallye Tag hinter und ein nächster langer Rallye Tag vor uns – um 00:10 sagte ich also Gute Nacht😴 Hier noch ein paar Bilder vom wunderschönen Stellplatz⬇️

    Mein Zuhause
    Team
    Golfrich
    Traumspot

    Fazit

    Geiler Tag in Schweden aber nun freue ich mich auf Norwegen. Dort wollte ich schon immer mal hin! Einen Stern abzug für die Stimmung, da das Wetter wirklich nicht schön war.

    Ca. 580km | 13,5h auf der Straße | 4 Kaffee | 5h Schlaf | Stimmung 4/5⭐️ -> Die Reise geht weiter! Das war Stage 2 der Baltic Sea Circle 2026!

    Danke, dass du Teil dieser Reise bist🫶

  • Stage 1 – Das habe ich nicht erwartet !

    Guten Morgen „Gut Basthorst“!

    Nach einer sehr kurzen Nacht (ca. 3 Stunden Schlaf) hieß es: Dachzelt zusammenklappen, runter von der Camping-Wiese und rauf auf die Startbahn. Wir wurden in Reihen angeordnet, um ein Chaos auf dem Weg zur Startlinie zu vermeiden. Bis dahin war allerdings noch etwas Zeit. Ca. 8 Uhr war es. Um 10:30 Uhr sollte das erste Rallye-Team die Startlinie überqueren. Bis dahin mussten sich alle Teilnehmer darum kümmern das Roadbook abgeholt und sich anschließend damit vertraut gemacht zu haben. Das war gar nicht so einfach. In der gefüllten Veranstaltungshalle, mit einem richtig hohen Lautstärkepegel das Roadbook zu studieren, war für mich nahezu unmöglich. Ich konnte mich durch das ganze „WirrWarr“ auf gar nichts konzentrieren. Zum Glück war ich ja aber nicht allein. Die beiden Jungs von Golfrich Adventure gesellten sich wieder zu uns und wir studierten das Roadbook zu viert.

    Ordnung vor der Startlinie

    Das Roadbook

    Wow. Das ist im ersten Moment ganz schön komplex. Task of the day, Road Mission, Detour Mission, Secret Misson, Action Station, alle Regeln, Karte studieren, Mission Blue Paperclip, Photo Missions … Hilfeeeee! Erstmal locker bleiben, das Wichtigste für den heutigen Tag raussuchen und den Weg auf der Karte einzeichnen, um zunächst die ersten paar 100km fahren zu können. Ich erkläre euch das Roadbook nocheinmal ausführlicher in einem extra Beitrag, alles Andere würde hier den Rahmen sprengen.

    Starlinie

    Zurück am Auto, war ich jetzt schon richtig aufgeregt. 30 Minuten bis zum Startschuss. Vorher wurde vom SAC noch ein Gruppenfoto mit allen Teams an der Startlinie gesichert. Nun hieß es ab in die Auto‘s, Motor an und auf die Anweisungen der Ordner warten. Mit als einer der Ersten durfte ich die Startline überqueren -> Ab jetzt werden ordentlich Kilometer geschafft. Doch wie viele es an diesem Tag wirklich wurden, bzw. wann wir erst an unserem Zielort ankommen werden, davon hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keinen blassen Schimmer – Ein Glück! Team Golfrich trafen meine bisherige Reisebegleiterin und ich an einer Tankstelle wieder. Nach einem kurzen Austausch über WhatsApp, ob wir nicht erstmal zusammen weiterfahren wollen. Gesagt getan. Zugegeben, wir waren froh darüber, denn als Einzelkämpfer ist das schon ‘ne Nummer mit dem Lesen der Landkarten. Klar kann man sich vorher alles vernünftig markieren, Ortsnamen und Straßen sowie Abfahrten rausschreiben, aber sind wir ehrlich – hatten wir bis dato nur grob. FUN FACT: Ich hätte nichtmal gewusst ob ich rechts oder links nach der Startlinie abbiegen muss🤣 Typisch ich, aber so bin ich nunmal. Komplett verplant und gerne auch unvorbereitet. Nach dem Motto -> Wird schon werden und siehe da, wurde es ja auch. Wir hatten nun also einen Golf 2 als Anführer. Einen besseren Ausblick gibt es doch gar nicht oder ? Also doppelter Jackpot.

    Wichtig!

    Bevor wir uns den ersten Aufgaben des Tages widmeten, durfte eine weitere Mission nicht vergessen werden. Mission Blue Paperclip! Wir bekamen bei Übergabe des Roadbooks einige Gegenstände zusätzlich überreicht. Unter Anderem eine kleine, blaue Büroklammer. Aufgabe war es, in jedem Land einen Gegenstand zu tauschen – Begonnen mit dieser Büroklammer. Zu beachten: Der Tauschgegenstand muss jedes Mal mindestens 100g schwerer werden. Mein erster Tausch in Deutschland an einer Raststätte wurde eine kleine Wasserflasche. Mit Hinblick auf 8 weitere Tauschgeschäfte vielleicht nicht optimal. Aber besser als nicht getauscht. Team Golfrich hatte ein noch schlechteres Los gezogen – sie tauschten die Büroklammer gegen eine 1,5L Wasserflasche. Das wird eine schwere Angelegenheit bei den weiteren Tauschgeschäften!

    Erster Tausch in 🇩🇪
    Weitere Streckenplanung – Dort waren wir bereits in Dänemark
    Kaffee durfte nicht fehlen – immerhin waren wir schon gute 5h unterwegs und ein Ende? War noch ewig nicht in Sicht!

    Die ersten Rallye – Aufgaben

    Für die Tagesaufgabe (Traditionelle Wikinger Weihe), für die wir am ersten Tag bereits bis nach Süd-Schweden geschickt wurden , mussten wir auf dem Weg dorthin so einige Zwischenstopps einlegen, um bestimmte Dinge einzusammeln. Wir brauchten: Ein Stück deutsches Eisen, einen Feuerstein von der dänischen Küste, den grünen Zweig eines schwedischen Baumes, Wasser aus der Ostsee und symbolisch den Wind des Meeres. Einen Halt hier, einen Zwischenstopp dort, die Suche nach einem Feuerstein ganz woanders. Und ruck-zuck war es 20:30 Uhr. Vor uns lagen allerdings noch die Road Mission & die Detour Mission, die beide noch vor der Tagesaufgabe erfüllt werden mussten. Ich glaube es dämmert euch so langsam, dass dieses hier kein entspannter Roadtrip wird – mir wurde in diesem Moment jedenfalls einiges klar. Und nun gab es 2 Optionen: Durchziehen oder sich schon am ersten Tag dem Roadbook geschlagen geben. Wir waren uns alle einig -> Wir ziehen durch! Geil! Was ein Teamspirit!

    Auf zur Road Misson

    Wie der Name schon sagt, findet diese Aufgabe irgendwo auf der Strecke statt, die wir sowieso fahren. Theoretisch. Aber wie sagt man so schön? Viele Wege führen nach Rom. Das heißt: Erst das Roadbook genau lesen, und die Route so planen, dass die Road Mission auf dem Weg liegt. Zugegeben, auch die Road Missions behinhalteten teilweise Umwege … dabei mussten wir doch auch noch zur Detour Mission. The struggle is real! A Tag 1 war der SAC (Superlative Adventure Club) in diesem Fall allerdings gnädig zu uns. “Last exit before sweden” lautete die erste Road Mission. Kurz vor der Øresund Brücke mussten wir abbiegen und zu Fuß eine Statue suchen, um davon ein Foto zu schießen. Ein Foto mit uns und der Statue der großen Meerjungfrau am Dragør Fort. Zum Glück kein großer Umweg, dennoch gestaltete sich diese Aufgabe etwas schwierig. Direkt an dieser Statue wurde eine recht große Party mit Live-Musik veranstaltet, für die man Tickets brauchte. Not macht erfinderisch. Ein paar Klettereinheiten später war das Foto auf dem Handy.

    Wer findet die Statue?

    Bevor wir weiter fuhren mussten wir noch eine weitere Aufgabe beachten. Mission Blue Paperclip darf natürlich nicht vergessen werden. Und bevor wir Dänemark verlassen, sollten wir unsere Gegenstände nocheinmal getauscht haben. Direkt in diesem Hafen fanden sich ein paar gut gelaunte Camper – Niederländer – die schon merkbar das ein oder andere alkoholische Getränk verzehrt hatten. Nichts wie hin da – angequatscht – viel gelacht – Gegenstände getauscht – nun aber ab nach Schweden.

    Fairer Tausch – Wasser gegen Bier
    Ach und noch fix Ostsee-Wasser für die Tagesaufgabe mitnehmen!

    Dunkel war es bereits. Die Øresund Brücke befuhren wir dazu in strömendem Regen. Wie so viele Streckenabschnitte an diesem Tag. Für mich trotzdem ein Highlight, da ich sie vorher noch nie gesehen geschweige denn befahren habe und eine besondere Bauweise wie diese, sieht man nunmal nicht jeden Tag. Eindrucksvoll waren ebenfalls die starken Winde. Nicht selten wurde das halten meiner Spur zur Aufgabe. Zusätzlich mit dem vielen Wasser auf der Straße fuhren wir alle nicht mehr schneller als 50 – 60km/h.

    Nach einigen weiteren Stunden über Land erreichten wir unsere erste Detour Mission. Um das geforderte Foto mit dem Leutturm zu schießen, mussten wir noch einen kleinen Fußmarsch zurücklegen.

    Detour Mission – Kullen Västra Lighthouse✅
    Und einmal von ganz nah dran!

    Doch kamen uns Zweifel ob dieses überhaupt der richtige Leuchtturm war. Ganz unten an der Spitze der Landzunge gab es nämlich einen weiteren Leuchtturm. Die Angaben im Roadbook dazu waren etwas schwamming – ein etwas längerer Marsch zu Fuß sollte uns bevorstehen – zugegeben, der Weg zu unserem bereits erreichten Leuchtturm war nicht der längste. Doch bis ganz runter zur Landzunge, im Dunkeln, bei rutschigen Bodenverhältnissen und stürmischem Wetter, nach Mitternacht? Vielleicht nicht die beste Idee! Wir beschlossen also: Ein Foto von Weitem muss reichen.

    Foto vom Leutturm ganz vorn an der Landzunge – Aufgenommen um 01:01 – Mitten in der Nacht – Herzlich Willkommen im Abenteuer, wir stecken jetzt mitten drin und ich bin ehrlich, ich habe alles daran geliebt und die Erinnerungen die ich gerade fühle während ich diese Zeilen schreibe, fühlen sich mehr als real an. Mega!
    Scheinbar gibt es sogar einen oder mehrere Wanderwege bis ganz an die Spitze. Für uns unter diesen Umständen allerdings nicht ersichtlich, denn -> Ein weiteres Problem -> Es gab dort kaum bis gar kein Mobilfunknetz, wodurch wir nicht schauen konnten, wo man vielleicht einen Weg hätte finden können.

    Nun gab es nur noch eine Hürde zu nehmen. Die Tagesaufgabe wartete darauf erledigt zu werden. Erinnert ihr euch noch daran, was wir dafür alles einsammeln mussten? Nach einer weiteren Stunde Fahrt und einer Nachwanderung durch den Wald hieß es runter auf die Knie zur “Traditionellen Wikinger Weihe”! … Ich krabbelte also bepackt mit ‘nem Stock auf dem Rücken und einer Eisenstange im Mund, irgendwo mitten in einem schwedischen Wald, nachts um 02:08, einmal um ein UFO-Denkmal herum. Was man eben so macht. All die Mateiralien werden am Ende der Zeremonie auf das Denkmal gelegt und mit dem heiligen Wasser der Ostsee übergossen.

    Zum Verständins: Das Tragen der Elemente auf dem Rücken symbolisiert, die Last der Welt mit der Leichtigkeit des Windes zu tragen. Das Übergießen der Symbole mit Wasser steht für den Segen der Reise.

    Task of the day✅

    Dort wo wir unsere Autos abstellten, um die Tagesaufgabe zu erledigen, blieben wir über Nacht. Gemeinsam mit einer ganzen Menge weiteren Teams. Bestimmt standen dort 30/40 Rallye-Autos. Mein Highlight war natürlich, dass der Golf 2 direkt neben mir stand. Mit einem besseren Ausblick konnte ich nun wirklich nicht schlafen gehen. Dachzelte aufgeklappt, Feierabendbier und ab ins Bett.

    Dachte ich.

    Eine kleine Erkundungstour konnten wir uns allerdings nicht nehmen lassen. Nur 200m weiter hörten wir die Wellen am Strand. Und was gibt es schöneres als einen Tag am Strand, direkt am Meer zu beenden? Richtig, nichts! Ein Glück hatten wir uns die Zeit für diesen kleinen Ausflug noch genommen, denn dort wartete eine große Überraschung auf uns. Schaut euch mal die Aufnahme und die dazugehörige Uhrzeit an⬇️ Halb 3 Uhr nachts und so hell? Ja richtig! Sogar hier in Südschweden wird es schon nicht mehr richtig dunkel. Man könnte meinen, ein kleiner Vorgeschmack auf die Mitternachtssonne, aber das wäre nun wirklich übertrieben. Das ist nochmal ein ganz anderes Level an Helligkeit und Surrealität. Jetzt aber wirklich zurück zu den Autos und ab ins Bett. Was für ein Tag!

    Fazit

    Dass wir nach ca. 17h erst in unseren Betten landen werden, hätte ich nicht erwartet. Dass die Aufgaben so umfangreich sind ebenfalls nicht. Ist das etwas Schlechtes? Auf gar keinen Fall. Mein Ehrgeiz war geweckt. Ich liebte alles daran. Ein kleines Missverständnis gab es dennoch: An diesem ersten Tag hätten wir tatsächlich noch Autobahnen fahren dürfen. Einer der Gründe, warum viele Teams deutlich früher als wir am Zielort waren. Aber was solls. Immerhin können wir von uns behaupten, dass wir ab der ersten Sekunde voll im harten Rallye-Leben angekommen waren und mehr als durchgezogen haben!

    Ca. 700 km | 17h auf der Straße | 3 Kaffee | 3h Schlaf | Stimmung 5/5⭐️ -> Die Reise geht weiter! Das war Stage 1 der Baltic Sea Circle 2026!

    Vielen Dank, dass du Teil dieser Reise bist🫶

  • Stage 0 – Vorbereitung & Anreise

    ⬆️Anreise-Route⬆️

    Ganz ehrlich

    Gefühlt täglich stellte ich mir die Frage „Wofür das Ganze eigentlich?“ Es gab so einige Situationen in der Vorbereitung, die mich an meine Grenzen gebracht haben. 

    Die größte Herausforderung?

    Definitiv der Bus!

    Bis 2 Tage vor Abfahrt, stand nicht einmal fest ob dieser überhaupt fahrtüchtig sein wird. Die Neue Kupplung musste noch eingebaut werden – Mein Schrauber ? Im Krankenhaus. Werkstätten ? Ich glaube davon, einen Termin in einer Werkstatt zu bekommen, brauche ich jetzt gar nicht anfangen😅 Da könnte ich die Rallye direkt auf nächstes Jahr verschieben.

    Long story short:

    Mein Schrauber hat unmögliches möglich gemacht, und jemanden gefunden, der mir meine Kupplung einbaut. Ich war nicht nur erleichtert, ich war zu Tränen gerührt. An dieser „ollen“ Kupplung hing nunmal die gesamte Rallye.

    Dankeschön, einfach nur Dankeschön dafür!

    Spuk zuende? Pustekuchen!

    Am Ende auch selbstgemachte Sorgen, ABER einfach kann ja auch jeder. Ein paar letzte Highlights sollten am Offroad-Umbau noch vorgenommen werden. Ich brauchte natürlich noch eine Lightbar. Diese wäre eigentlich auch schon verbaut gewesen. Zusammen mit dem Rest. Doch bin ich ja bekannt dafür etwas durcheinander zu sein -> Hatte die Lightbar nur in meinen Amazon-Warenkorb gelegt und nicht bestellt. Und genau das ist mir 3 Tahe vor Rallye-Start eingefallen. Starke Leistung meinerseits. In der Nacht vor Abfahrt zur Rallye, um ca. 2:30, war es dann vollbracht.

    ⬆️Nacht-Aktion Lightbar⬆️

    Der Bus ist fertig – Ich allerdings auch.

    Egal! Zum Jammern war keine Zeit.

    Am folgenden Tag, dem 12.06.2026 um 16 00 Uhr ist Anreise auf dem Gut Basthorst und anschließendes Meet & Greet mit allen Teams. Ca. 200 Teams sollten dort auflaufen. Es starteten 2 Rallyes zusammen, die sich später trennen sollten. Da die „Viking Sun Rallye“ deutlich kürzer ist als die „Baltic Sea Circle Rallye“, und noch vor mitte Norwegen eine andere Route einschlägt.

    Ich reiste mit einer Person an, die ich flüchtig vom Camping & Vanlife Event in diesem und aus dem vergangenen Jahr kannte. Wir beide fuhren allein – Wir beide fahren einen VW Bus (T3 + T4) – das matcht doch schonmal. Namen werde ich hier nicht nennen, ich glaube ihr versteht das. Auf einem Rastplatz, irgendwo vor Hamburg trafen wir uns, um gemeinsam weiter zum Rallye-Treffpunkt auf dem Gut Basthorst zu fahren. Gemütlich mit 80/90km/h spazierten wir mit unseren Bullis über Hamburgs Autobahnen. Das sollte eigentlich auch unsere Reisegeschwindigkeit der nächsten 16 Tage werden, dachten wir, doch das kam dann alles irgendwie ein bisschen anders.

    Angekommen am Treffpunkt wurden wir herzlichst vom Superlative Adventure Club in Empfang genommen und direkt dafür gefeiert, dass wir die Rallye allein bestreiten werden. Eine große Campingwiese stand bereit. Wir waren recht früh, konnten uns also noch austoben, was die Platzsuche anging. Ach, es hat übrigens geregnet, richtig doll. Aber das mit dem Wetter ist in Deutschland ja immer wieder ein Glücksspiel. Allerdings war diese Wetterlage schonmal ein guter Einstand für die kommenden 16 Tage -> mehr verrate ich dazu aber noch nicht.

    Mein Platz auf der Camping-Wiese -> Am Abend war das Wetter übrigens wieder top!

    Nungut, Zeltcamp aufgebaut, ich war nass, aber wie schon erwähnt, als Einstieg in den harten, erbarmungslosen Rallye Alltag genau das Richtige.  Pitschnass gingen wir zur Veranstaltungshalle.  Anmelden, Namensschild abholen, etwas Essen und warten, dass das Meet & Greet startet.

    19 00 STARTSCHUSS 

    Begrüßung vom SAC und ein paar wichtige Infos vorab. Anschließend wurden wir in „gerade“ & „ungerade“ Startnummern aufgeteilt. Mit der 102 reihte ich mich also bei Team „gerade Startnummern“ ein.

    Diese Einteilung sollte für die Rallye später noch von Bedeutung sein. Vorerst wurde aber erstmal ein paar Kennlern-Aktionen und Umfragen wurde gespielt.

    Z.B: 

    -> Das Auto mit den wenigsten PS?

    In diesem Fall ein Trabi mit ganzen 26PS! Der Punkt ging an das Team „gerade Startnummern“.

    -> Das Rallye Team mit dem größten Altersunterschied?

    50 Jahre waren es glaube ich -> Der nächste Punkt für Team „gerade Startnummern“!

    Team „gerade Startnummern“ gewann an diesem Abend die Kennlern-Aktionen -> Allerdings zählte dieser Sieg nicht mit in die Rallye-Wertung. Wäre auch unfair gewesen, da dieses Treffen am Vortag kein Muss war und somit viele Teams auch erst am eigentlichen Start-Tag der Rallye anreisten. Ich verbrachte einen coolen Abend und lernte schonmal einige Teams kennen. Ein Team blieb mir besonders im Kopf! Beim Team-Dating kamen die beiden Jungs als Erste auf uns zugelaufen. Ultra Sympathisch – aber wie soll es auch anders sein – unterwegs in einem Golf 2, die können ja nur cool drauf sein. Diese beiden sollten auch noch eine große Rolle auf der Rallye spielen.

    Andere Teams kennenlernen -> Die Drei fuhren in einem Renault Twingo mit Anhänger, coole Jungs und geile Sache mit einem Twingo zu fahren!

    Zurück auf der Camping-Wiese

    Dort wurde noch das ein oder andere Bierchen gezischt. So langsam wurde es aber auch Zeit fürs Bett -> die nächsten Wochen werden anstrengend genug. Um ca. 00 00 lag ich in meinem Dachzelt. Das sollte in den nächsten 16 Tagen übrigens einer der Tage werden, an denen ich „früh im Bett liege“ -> habe dann allerdings noch bis ca. halb 3 ein REEL geschnitten und mich um Instagram gekümmert. Total dämlich eigentlich, aber ich wollte unbedingt zum Rallye-Start ein REEL online gehen lassen. Fühle mich schon richtig als Influenzer😅 Naja, ich möchte euch einfach so gut wie möglich an meinen Abenteuern teilhaben lassen, dann gehört soetwas nunmal dazu und ich bin ehrlich: Ich mach das total gerne! Und an diese Schlafenzeit von 3 bis 4 Stunden pro Nacht konnte ich mich schonmal gewöhnen für die kommenden Tage -> Zum Glück hatte ich von davon noch keine blassen Schimmer!

    Internet auf der Camping-Wiese war leider Fehlanzeige. Die beiden Jungs aus dem Golf waren jedoch bestens Vorbeitet -> habe direkt Hot-Spot bekommen, richtig cool. Irgendwann fielen mir dann die Augen zu -> Schlafenszeit! Gar nicht so einfach, ich war schon aufgeregt vorm nächsten Tag. Und das durfte ich auch sein. Blöderweise schnarchte einer meiner Nachbarn so laut – und damit meine ich wirklich SOOOO! laut, dass meine Zeltwände vibrierten. Naja, schnarchende Dachzelte sind ja nicht neues für mich. Aber das war schon doll laut🤣

    Wir sehen uns zum nächsten Blogbeitrag | Und glaubt mir -> wir starten direkt mit einem richtig krassen Tag ins Rallye Abenteuer -> mehr geht nicht!

    Stage 1 – Baltic Sea Circle 2026 | DAS HABE ICH NICHT ERWARTET!