Hi von den Lofoten🇳🇴⛰️
Die ersten Stunden hier waren schon krass, aber das war eben nur der Anfang. Dieses Foto ⬇️ ist nicht in den ersten Stunden entstanden. Damit will ich einfach versuchen, euch einen realistischen ersten Eindruck zu vermitteln. Eine Art Einleitung, die diesem Ort hier vielleicht irgendwie gerecht werden könnte – und das ist gar nicht so einfach. Eure Augen würden wahrscheinlich noch viel mehr strahlen , wenn ihr all das hier live & in Farbe sehen könntet, statt nur auf Bildern.

Dauerzustand.
Um kurz vor 05:00 Uhr morgens fuhren wir in den Hafen von Moskenes ein. Nun war es soweit. Hallo Lofoten. Allein die ersten Bilder sprechen doch schon Bände, oder? Dieser Ort ist einfach besonders. Komplett vercheckt durch Schlafmangel, geblendet von der strahlenden Sonne und total überdreht durch meine Vorfreude, sprang ich zwischen Autos, Leitplanke, Wasser, der Straße und anderen Menschen umher. Die hielten mich sicher alle für verrückt, aber das bin ich ja auch irgendwie, und ganz ehrlich, es ist mir „lachs“, was andere von mir denken. Ich bin gerade glücklich, habe meinen Spaß und das zeige ich auch. Damit schade ich keinem, also lasst mich machen. 🤪


Eine kurze Toilet-Mission, dann wurde erstmal beratschlagt, wie es nun weitergehen soll. Gerade hatte ich mir ein Red Bull „reingezwirbelt“, weil wir eigentlich direkt noch etwas Strecke machen wollten. So viele Kilometer lagen heute zwar nicht vor uns, aber was man hat, das hat man. Am Abend war mal wieder ein gemeinsames Treffen mit allen Teams auf einem Campingplatz geplant. Dort, wo auch die Tagesaufgabe erledigt werden soll. Früher dort sein kann also nicht schaden, umso mehr Zeit haben wir zum Chillen und Norwegen genießen. Dieser Plan zerschlug sich allerdings recht schnell. Die Konzentration war durch den Schlafentzug nicht on point, die Weiterfahrt also verschoben. Verstehe ich natürlich, für mich dennoch richtig blöd, denn wer mich etwas besser kennt, weiß: Nach so einem Red Bull und zusätzlich mit der Vorfreude durch die Ankunft auf den Lofoten werde ich kein Auge schließen können. Am untersten Zipfel der Lofoten angekommen, so weit, wie es mit einem Auto möglich war, fanden wir einen Parkplatz. Sogar kostenlos. Unsere Chance, die Zelte aufzuschlagen und etwas Rast zu machen. Team Golfrich und T3 verschwanden in ihren Betten, ich nicht. Ich zog mir meine Laufschuhe an und beschloss, laufen/wandern zu gehen. Ich könnte jetzt nichtmal ans Schlafen denken und will hier so viel sehen, wie es nur irgendwie möglich ist. Ich bin nicht umsonst auf den Lofoten von denen ich schon so lange träume. Vielleicht etwas verrückt, dafür gar nicht zu schlafen, aber wat willst’ machen? Fix etwas die steifen Knochen vom ewigen Autofahren gedehnt, joggte ich gemütlich los. Ein paar verwirrte Blicke der anderen Rallye-Teams gabs gratis. Ihr müsst euch vorstellen: Dieser Parkplatz wurde, wie die Wartestreifen vor der Fähre in Bodø, in einen kleinen Campingplatz verwandelt. Aufgeschlagene Lager, Zelte, Kaffee wurde gekocht, es wurde beisammengesessen und etwas gegessen. Und dann komme ich. Irgend so eine Irre, die nicht chillen kann und ohne Schlaf erstmal laufen geht. Jap, that’s me! Für mich jedenfalls echte Erholung. Ich brauche das hin und wieder. Allein sein, Dinge allein unternehmen, vielleicht etwas Musik auf den Ohren oder auch einfach mal nichts hören. Mit keinem reden, mich mit keinem absprechen müssen was als Nächstes zu tun ist. Einfach machen. Genau so an diesem Morgen. Ich lief zum südlichsten Punkt der Lofoten, den ich mal eben so zu Fuß erreichen konnte. Etwas schade, dass nicht noch mehr Zeit war. Da wäre noch einiges an Klettern und Erkunden drin gewesen, aber die Zeit drückte. Trotzdem genoss ich die Zeit und bestaunte Berge und Täler, saß am Wasser, lief durch die grasbewachsenen, aber dennoch steinigen Ebenen, sprang über kleine Felsen, von Steinen herunter und wieder hinauf und machte ein paar coole Aufnahmen und Fotos. Ich hatte die Zeit meines Lebens. Herrlich. Besser als Schlaf in diesem Moment.



Ich machte mich langsam auf den Rückweg, schließlich gab es auch noch eine andere Richtung, in die ich laufen konnte. Å i Lofoten, das kleine Dorf, an dem wir vorbeifuhren, um den Parkplatz, auf dem unsere Autos gerade stehen, zu erreichen. Ein winziges, authentisches Fischerdorf inmitten dieser dramatischen Landschaft hier. Dort angekommen bekam ich etliche rote Fischerhütten zu Gesicht. Urgemütlich. Lange verweilen konnte ich dort leider wieder nicht, der Rallye Alltag ruft, also machte ich mich, auch von hier aus erneut auf den Rückweg. Unterwegs pflückte ich noch einen kleinen Blumenstrauß. Irgendwie mag ich das. In diesem Frühjahr in Spanien habe ich, warum auch immer, damit angefangen und es irgendwie beibehalten. Zurück an den Autos wollte ich mich gerne etwas frisch machen. Da kam mir der kleine Laden am Ende des Parkplatzes ganz gelegen. Ein Stück hinter diesem Laden befand sich eine Toilette. Ein riesiger Raum, dort machte ich mich fresh für den Tag. Ca. halb neun war es mittlerweile, alle anderen schliefen noch. Zeit für mich, um mir das Roadbook ein bisschen anzuschauen, mich um Instagram zu kümmern und den Bus aufzuräumen. Ich sage es euch, das Auto sah dauerhaft aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Durch den straff getakteten Zeitplan war Aufräumen teilweise gar nicht möglich und manchmal auch einfach Nebensache. Übrigens, ein wenig Wäsche hatte ich auch noch gewaschen. Auf der Toilette, in der ich mich zuvor frisch gemacht hatte. Wäsche waschen, Camping Edition. Ein paar kleine Dinge per Handwäsche und schon kann man beruhigt warten, bis die nächste Waschmaschine in Sicht ist. Spoiler: Heute Abend auf dem Stellplatz, an dem wir uns mit allen Teams treffen, werden wir eine Waschmaschine finden und sogar genug Zeit haben, diese zu nutzen. Naja, egal, konnte ich ja nicht ahnen. Ready für den Tag, chillte ich nun noch kurz im sauberen Bulli. Für 5–10 Minuten fielen mir die Augen zu. Das war göttlich, anschließend fühlte ich mich wie neu geboren. Ein paar Geräusche kamen aus Golfrichs Dachzelt. Check, die Jungs sind wach, der T3 ebenfalls. Wir zauberten ein kleines Frühstück und räumten die Lager, um die Fahrt wieder aufzunehmen.

Als Erstes hieß es Road Mission. Dafür mussten wir zum südlichsten Punkt der Lofoten fahren. Dort endet die E10. An diesem Punkt sollten wir das Ortsschild von „Å“ finden und ein Beweisfoto schießen.

Weiter zur Detour Mission. Dafür fuhren wir nach Nusfjord, einem historischen Fischerdorf auf Flakstadøya. Ein Beweisfoto vor dem Nusfjord Landhandel war gefragt. Flakstadøya ist eine der größeren Inseln der Lofoten. Ganz so schnell ging das aber alles nicht. Der Weg dorthin ließ uns immer wieder staunen und anhalten, besonders an diesem wunderschönen Fleckchen Erde. Wir bogen in einen schmalen Weg ein, der uns zu einer Kirche bringen sollte, die direkt am Wasser steht. Als die Autos geparkt waren, hieß es als erstes umziehen! Kurze Klamotten mussten her, denn an diesem Tag hatte die Sonne wirklich Kraft. Auch wenn es windig war – schön war es! An diesem Platz bot sich uns ein Panorama… Schaut einfach selbst. Ich glaube, dazu muss ich nicht mehr viel sagen! ⬇️





Dass heute etwas mehr Zeit war, da nur knappe 200 Kilometer vor uns lagen, kam wie gerufen. Raus aus den Autos, ab an den Strand, das Wetter ausnutzen. Gesagt, getan. Keine Minute später stand ich im Wasser. Losgerannt, die Steinkante heruntergesprungen und direkt weitergeflitzt. Der Bereich vorne am Strand war total flach, sodass man zu weiteren Felsen, die aus dem Wasser ragten, laufen konnte. Die sahen aus wie viele verschiedene kleine Inseln. Drohne, Insta 360 und Handy liefen heiß. So eine Umgebung wollten wir uns nicht entgehen lassen. Eine ganze Weile blieben wir an diesem wundervollen Ort und genossen das Wetter sowie die Landschaft. Ca. eine Stunde später rollten wir wieder. Die Detour Mission erfüllt sich schließlich nicht von selbst. Nach 20 Minuten hieß es erneut: Autos abstellen und zu Fuß weiter. Rein in ein kleines Fischerdorf. Glaubt es mir, Nusfjord ist anders. Wahnsinnig gemütlich! Die Häuser, Hütten, der Hafen, die kleinen Läden und Restaurants/Bäckereien sind so liebevoll hergerichtet, dass man sich ein bisschen wie in einer anderen Welt fühlt. Als wäre die Welt hier noch in Ordnung. Auch herrschte dort eine gewisse Ruhe. Ein paar Möwen kreischten, das Wasser im Hafen plätscherte, mehr nicht. Dort bin ich richtig runtergekommen von den anstrengenden und schnelllebigen letzten Tagen. Das Wetter tat sein Übriges. Mehr Glück hätten wir für unsere kleine, aber feine Sightseeing-Tour wirklich nicht haben können. Zimtschnecke und Kaffee waren unser nächstes Ziel. In einer dieser urigen Bäckereien kaufte jeder von uns etwas Süßes und einen Kaffee dazu. Zeit für ein Päuschen. Meine Zimtschnecke war wirklich lecker und der Kaffee ein echter Genuss. Den durften wir uns übrigens immer wieder nachfüllen – sehr großzügig.

Um das historische Fischerdorf überhaupt besichtigen zu dürfen, musste man Eintritt zahlen. Umgerechnet circa 10 € pro Person. Was ich davon jetzt halten soll, weiß ich auch nicht so genau. Anschaulich und interessant war es aber allemal.






Arctic Sunset Splash
Später am Campingplatz wartete lediglich noch die Tagesaufgabe auf uns. Hov Camping in Gimsøysand lautete der Zielort. Für diese Mission musste allerdings noch etwas Zeit vergehen. 17:30 Uhr war es aktuell, jedoch sollte „the Task of the day“ erst gegen 21 Uhr starten. Genannt „Arctic Sunset Splash“. Aus jedem Rallye-Team müsste eine Person in der kalten norwegischen See baden um die Punkte zu kassieren. Kalt war hier definitiv Programm. Einen kleinen Vorgeschmack bekamen wir schon auf unserem Zwischenstopp, als wir das flache Wasser zu den kleinen Steininseln durchquerten. Nach kurzer Zeit schmerzte die Kälte bereits ordentlich an und in den Beinen. Dort war das Wasser aber flach und von Bergen umringt. An diesem Campingplatz standen wir vor offenem Gewässer. Wärmer wird es also definitiv nicht sein und zusätzlich wehte ein richtig frischer Wind. Naja, bis dahin ist zum Glück noch etwas Zeit. Weiß ich auch nicht, was dieser Gedanke mir jetzt bringen sollte … Wärmer wird es nicht werden und weniger windig? Wunschdenken. Wir versuchten wenigstens, inmitten unseres Campspots etwas vor dem Wind geschützt zu sein. Ein Viereck aus unseren vier Autos – Golf 2, T3, T4 und der Twingo von den Twingo-Boys – sollte Abhilfe schaffen. Das funktionierte jedoch eher semi-gut. Dicke Jacken mussten her, auch wenn die Sonne schien. Nett machten wir es uns trotzdem.

Bevor es für mich endgültg ins Wasser geht, muss ich euch noch eine ganz wichtige Sache berichten. ⬇️
Der Golf hat einen Pizza-Ofen
Jaaaaa! Ihr habt richtig gelesen. Die Golf-Jungs haben es sich nicht nehmen lassen einen kleinen Pizza-Ofen im 2er mitzunehmen und genau das war unser Plan für diesen Abend. Es gibt selbstgemachte Pizzaaaa! Zu Beginn dieses Posts habe ich euch noch erzählt, dass ich kurz meine Unterwäsche im Waschbecken durchgespült habe und gespoilert, dass es hier eine Waschmaschine geben wird. Während Team Golfrich alles Nötige für die Pizza vorbereitete, machten wir Mädels uns mit der Wäsche auf den Weg hoch zum Waschraum. Die Waschmaschine erledigte, genauso wie der Trockner im Anschluss, nach dem Kauf einer Marke treu ihre Dienste. Und wir? Wir ließen es uns richtig gut gehen. Schaut euch diese Pizza an. Und was gibt es geileres als ein geniales Dinner, draußen an der frischen Luft, nach einigen wirklich stressigen Tagen, vor so einer Kulisse mit einem kalten Getränk in der Hand? Richtig, gar nichts!


Nun aber wirklich zur Tagesaufgabe! Zugegeben, durch den Wund und die frischen Temperaturen ist die ohnehin schon geringe Grundtemperatur zum Abend nochmal deutlich abgekühlt. Mir war eh schon kalt und nach knapp 40 Stunden ohne Schlaf, am Abend um 21 00 Uhr wird das auch nicht mehr besser. Spät dran war ich noch dazu. Alle „Badegäste“ hatten sich schon vorne am Strand versammelt um Punkte zu ergattern. Mein Schweinehund war wirklich stark und ich wollte alles, aber definitiv nicht mehr in dieses Eiskalte Wasser. Chatty sagt, 9-10 Grad ist die aktuelle Temperatur. Ja, schön‘ Dank auch. Aber Willenskraft wie Wolf schlägt Schweinehund. Meine Klamotten habe ich einfach angelassen. Meine Radlershorts und ein langärmeliges Funktionsshort sollten es richten und das taten sie auch. Den Bademantel hatte ich dem Team in die Hand gedrückt und schon rannte ich los. Ab in die Fluten und ehrlich – das war einfach nur grausam kalt. Ich wäre dann jetzt bereit für die nächsten 40 Stunden ohne Schlaf -> SOOO kalt war es! Fix wieder raus aus dem Wasser bin ich einfach nur in meinen Bademantel reingerannt, der mir schon in perfekter Position hingehalten wurde. Habe mich ein bisschen wie ein Stier beim Stierkampf gefühlt, nur dass mein Bademantel beige statt rot ist😅 Der Gedanke an eine heiße Dusche war nahezu göttlich. Ich war komplett durchgefroren. Kennt ihr das, wenn so eine richtige Kälte im Körper ist? Grauenvoll. Bloß waren die Duschen zu diesem Zeitpunkt so voll, dass ich keine Lust hatte zu warten. Immerhin war ich schon so lange wach, das mein Körper mehr als nur schrie, nach liegen und schlafen. Also eingekuschelt und die heiße Dusche auf den kommenden Morgen verschoben. Richtige Entscheidung, da das Wasser nach so vielen die Abends/Nachts noch duschen wollten mal wieder eiskalt war. Ich schwöre, hätte ich mich so durchgefroren unter einer kalten Dusche wieder gefunden? Ich wäre durchgedreht und hätte die Dusche auf anhieb verlassen ohne mich weiter zu waschen. Davon wurde ich ja aber zum Glück verschont.

Zurück am Auto hätte ich mich direkt in mein Dachzelt verkriechen sollen. Bloß brauch man nach so einer Aktion einfach etwas Zeit, um erstmal wieder runterzukommen. An Schlaf war gerade absolut nicht zu denken. Ein Feierabendbier sollte es erstmal werden, um dann auf die Idee zu kommen einen kleinen Spaziergang über den Strand ans Wasser zu machen. Etwas rechts vom Strand ragten Steine und Felsen recht weit ins Meer hinein. Natürlich sag ich da nicht nein eine kleine Erkundungstour zu unternehmen. Aus dieser Erkundungstour wurde eher eine Kletter-Session. Klar, Nachts um 00 00 Uhr, nach mittlerweile über 40 Stunden ohne Schlaf, gehe ich klettern. An rutschigen Steinen und kleinen, steilen Klippen zwischen denen immer wieder Wellen durchschwappten, die uns im falschen Moment entweder richtig nass gemacht hätten oder sogar von den Steinen hätten abrutschen lassen können. Aber ein echter Abendteurer muss nunmal tun, was ein echter Abenteuer tun muss. Wir hatte unseren Spaß! Nichts an diesem nächtlichen Spaziergang möchte ich missen.


Nun hieß es wirklich ab ins Bett. Taghell war es. Wunderschön. Und die Mitternachtssonne über dem Meer surreal. Ich meine -> Stellt euch einfach vor, ihr schaute um 01:00 Uhr aus dem Fenster eures Schlafzimmers und seht das⬇️

Fazit
Stage 6 hatte es wirklich in sich. Diesen Tag werde ich noch lange im Gedächtnis behalten. Eine unbeschreibliche Landschaft und ich bin endlich auf den Lofoten! Kein Schlaf, Rallye-Feeling ohne Ende, Sightseeing, Wandern, Schwimmen. Mehr geht nicht. Danke, Lofoten!
Ca. 204km | 3h auf der Straße | 3 Kaffee | ❌ Schlaf | Stimmung 6/5⭐️ -> Die Reise geht weiter! Das war Stage 6 der Baltic Sea Circle Rallye 2026!
Danke, dass du Teil dieser Reise bist🫶






















































































































